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Kalkputze: Welche Eigenschaften hat die Kalkfarbe?

Kalkputze stehen im Ruf, Wasser zu binden, Schimmel zu vermeiden und im Innenbereich tolle Eigenschaften zu entfalten. Wie Lehmputz sorgen Kalkputze für ein angenehmes Raumklima. Aber was genau können die traditionellen Baustoffe, wie verarbeitest du Kalkstreichputz im Haus und warum sollten Kalkputze nur für die Wände im Hausinneren verwendet werden? Und wie sieht es im Handwerk aus – werden Kalkputze überhaupt noch verarbeitet oder macht man das heute selbst? Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Kalkputze helfen im Innenbereich gegen Schimmel?

Alle Kalkputze verhindern die Bildung von Schimmel, denn sie nehmen die Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und binden sie, geben sie aber bei Bedarf auch wieder ab. Kalkputze sind diffusionsoffen. Sie versiegeln einerseits und dichten ab, andererseits ist Kalk aber auch alkalisch: Dadurch wird der Schimmel an der Oberfläche abgetötet, er kann sich gar nicht erst bilden.

Welche Eigenschaften haben Kalkputze?

Kalkputze sind diffusionsoffen, sie wirken also klimatisierend und feuchtigkeitsausgleichend. Ausserdem ist Kalkputz stabil und kann, wenn er karbonisiert ist, Fliesen tragen. Es ist also sogar möglich, das Badezimmer auf Kalkputz zu fliesen. Kalkputze können aus Unterputz oder Oberflächenputz verwendet werden, abhängig von der genauen Zusammensetzung. Gewöhnlich besteht der Kalkmörtel aus Sand und gelöschtem Kalk, also aus Calciumhydroxid. Calciumoxid wird dafür mit Wasser versetzt, um Calciumhydroxid zu erhalten. Manchmal ist dann auch die Rede von Sumpfkalk. Sumpfkalk ist enthalten in:

  • Mauermörtel
  • Putzmörtel
  • Kalksandsteinen
  • Porenbetonsteinen
  • Zement
  • vielen Farben.

Neben Sand können in Kalkputz auch Bindemittel und Haftzusätze beigemengt werden. Dann kann der Kalkputz ohne Grundierung auf allen Untergründen verwendet werden. Soll Kalkputz nicht im Innenbereich, sondern an der Aussenwand aufgetragen werden, muss eine Imprägnierung stattfinden: Starke Witterungseinflüsse verträgt der Putz nämlich weniger.

Was ist besser: Kalkputz oder Lehmputz?

Beide Putze sind natürliche Baustoffe und für eine ökologische Sanierung geeignet. Kalk ist hoch alkalisch und aufgrund seiner Anti-Schimmel-Wirkung auch für Feuchträume wie Bad und Waschkeller ideal. Lehmputz ist nicht wasserfest und auch nicht schimmelfest, er sollte vor Wasser geschützt werden – trotzdem kann Lehmputz in anderen Innenräumen Vorteile haben.

Wann soll ich Kalkputze filzen?

Wird der Kalkputz auf der Oberfläche mit einem mit Filz bezogenen Reibebrett bearbeitet, nennt man das Filzen. Aber muss Kalkputz immer gefilzt werden? Nein. Kalkputz wird nur gefilzt, wenn du eine sehr glatte Oberfläche benötigst. Durch die Bearbeitung mit dem Reibebrett unterscheidet sich die Oberfläche anschliessend nicht mehr von Gips, Tapete oder einem anderen Anstrich. Allerdings solltest du den Kalkputz erst filzen, wenn die Oberfläche ansteift. Und das passiert je nach Mischung zu unterschiedlichen Zeitpunkten:

  • bei Branntkalk, Feinkalk und Stückkalk nach zehn Minuten
  • bei Kalkputz mit Zementanteil nach einer halben Stunde
  • bei Kalkhydrat, Sumpfkalk oder Wasserkalk nach einer Stunde oder mehr

Wenn du den Oberputz aufgetragen hast und der Putz abgesteift ist, sprühst du eine leichte Befeuchtung auf den Filzbezug. Feuchte den Putz mit dem Quast an, aber nicht zu sehr. Zuviel Feuchtigkeit kann Risse verursachen, wenn der Putz trocknet. Glätte die Oberfläche des Putzes jetzt mit kreisenden Bewegungen. Den Filz befeuchtest du immer wieder neu.

Wie trage ich Kalkfarbe auf?

Kalkfarbe wird grundsätzlich auf einem saugenden Untergrund aufgetragen. Du feuchtest den Untergrund vorher mit Wasser an. Willst du die schon verstrichene Farbe feucht halten, sprühst du sie mit einem feinen Wassersprühnebel ein. Dann bindet die Farbe nicht so schnell ab, was eine gleichmässigere Verarbeitung erlaubt. Wichtig: Kalkfarbe wird grundsätzlich aufgestrichen und nie gerollt. Du streichst mit einer speziellen Malerbürste. Dadurch kannst du die Kalkfarbe richtig in den Untergrund einarbeiten. Beim Rollen ist das nicht möglich, hier entstehen unschöne Ansätze.

Wie gut vertragen Kalkputze Wasser?

Kalkputze sind in Feuchträumen wie dem Bad und der Küche ausgezeichnet geeignet, um die Feuchtigkeit aus der Luft zu ziehen und Schimmelbildung zu verhindern. Generell kannst Du im Innenbereich alle natürlichen Putze verwenden. Natürliche Putze sind:

  • Kalkputze
  • Lehmputze
  • Gipsputze

Diese Putze sind diffusionsoffen, sie gleichen also das Raumklima immer wieder an. Da der alkalische Kalkputz Schimmel abtötet, ist er ideal für das Badezimmer geeignet. Kalkputz verdichtet und hydroprobiert. Das Ergebnis ist ein sogenannter Tadelakt oder marokkanischer Kalkputz, der wasserbeständig ist. Sogar zum Abdichten von Zisternen und Dampfbädern wird dieser Kalkmörtel schon seit Jahrhunderten verwendet. Lehmputze sind nicht wasserbeständig, sie eignen sich daher für das Badezimmer weniger gut.

Vertragen sich Kalkputze mit Innendämmung?

Kalkputze können selbstverständlich auch auf Rigips und andere Formen der Innendämmung aufgetragen werden. Viele greifen nach einer Sanierung aus energetischen Gründen gerne zu natürlichen Baustoffen. Wie Lehmputz ist auch Kalkputz ein natürliches Material, das ohne chemische Zusätze der Schimmelbildung entgegenwirkt und das Raumklima bessert. Wenn Du genau wissen willst, ob sich deine Innendämmung mit dem Kalkputz verträgt, den du gerne verwenden würdest, solltest du dich nach den Angaben des jeweiligen Herstellers richten.