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Das Verputzen von Fassaden, Wänden und Decken ist immer dann notwendig, wenn die Bereiche durch eine optisch sichtbare Struktur aufgewertet und gleichzeitig der Schutz und die Dämmung verbessert werden sollen. Gerade im Aussenbereich hat Putz noch weitere Funktionen, bewahrt vor Beschädigungen, Witterungseinflüssen und dient auch als Schallschutz. Vollabrieb ist ein Deckputz, der für den Innen- und Aussenbereich gedacht ist. Er lässt sich einfach auftragen und abreiben, dient zur Applikation auf anderen Flächen, darunter auf Beton, Leichtbaublatten, Wärmedämmverbundsysteme, Mörtel oder Abrieb. Die geringe Wasseraufnahme und leichte Verarbeitung fördern seine Verwendung an Fassaden. Meistens hat Vollabrieb dann auch einen vorbeugenden Filmschutz gegen Schimmelbefall und enthält entsprechende Inhalts- und Werkstoffe.
Vollabrieb gibt es in verschiedener Körnung, damit auf der verputzten Wand die gewünschte Struktur entsteht. Diese kann regelmässig und unregelmässig erfolgen, sogar dekorativ und individuell. Dabei verdünnst du Vollabrieb nach Bedarf mit etwas Wasser oder Terpentin und trägst diesen auf der Wand mit einer Kelle auf. Dort verreibst du ihn mit einer Plastik- oder Holzreibescheibe, wodurch die Strukturierung entsteht.
Eines der bekanntesten Produkte ist der aus der Schweiz stammende Marmoran Vollabrieb, der auf Untergründen innen und aussen verwendet werden kann. Deckputz ist in Weiss oder in verschiedenen Farben erhältlich. Als Voranstrich auf Mauermörtel oder Zementverbundestrich ist Vollabrieb sehr gut geeignet, für Tapeten und die Renovierung im Innenbereich weniger. Bei Trockenbau ist Vollabrieb nur bedingt empfehlenswert, da er in der Putztechnik eine widerstandsfähige Grundfläche benötigt. Für diesen Zweck gibt es Spezialabrieb. Ausserdem kannst du Vollabrieb, der für den Aussenanstrich gedacht ist, nicht in bewohnten Innenräumen einsetzen, da er eine gründliche Belüftung benötigt.
Vollabrieb trägst du mit einem Atemschutz auf, da er Binde- und Lösungsmittel enthält, die flüchtig sind und auch einen entsprechenden Geruch entwickeln. Das Auftragungsverfahren ist relativ unkompliziert. Vollabrieb als Deckputz wird aufgezogen und abgerieben, dabei nur mit wenig Wasser verdünnt. Sinnvoll sind eine kältere oder milde Temperatur und eine Luftfeuchtigkeit von etwa siebzig Prozent, die auch nicht überschritten werden sollte. Dazu solltest du darauf achten, dass der Untergrund eben, trocken, sauber, fest und tragfähig ist. Reinige ansonsten vorher den Untergrund und bessere Löcher und Risse auf der Wand oder Fassade aus. Auf Fassaden mit Kalk oder Mineralfarbe ist ein Voranstrich notwendig.
Die Eigenschaften von Vollabrieb hängen von der Verwendung im Innen- oder Aussenbereich ab. Für den Innenbereich sollte das Produkt folgende Herstellerangaben aufweisen:
Für den Aussenbereich sind besonders die wasserabweisenden und witterungsbeständigen Eigenschaften sinnvoll. Vollabrieb kannst du etwa nach 20 Minuten nach dem Auftragen strukturieren.
Wärmedämmsysteme auf der Basis von Steinwolle sind bestens für den Wärmeschutz und auch für den Brandschutz geeignet. Sie bieten bereits einen dickschichtigen Putzaufbau und fördern damit auch den Schallschutz. Natürliche mineralische Materialien kannst du auch mit Vollabrieb bearbeiten, da das System bereits dickschichtig aufgebaut ist und eine hohe Wasserdampfdiffusion mitbringt.
Für Beton und Wände im Innenbereich ist Vollabrieb dann geeignet, wenn er beispielsweise die Basis einer verseifungsbeständigen Kunstharzdispersion, einer Silikonemulsion oder feingemahlenem Marmor aufweist. Die positiven Eigenschaften zeigen sich durch eine geringe Staubanfälligkeit, hohe Haftkraft, rissfreie Erhärtung, dauerhaft wasserabweisende Wirkung und gute Feuerfestigkeit. Auftragen kannst du Vollabrieb dann auf Decken und Wänden aus Beton, wenn der Untergrund sauber, normal bis stark saugfähig und trocken ist. Für Beton verwendest du am besten Vollabrieb mit Tief- oder Isoliergrund. Auch Weisskalkabrieb ist für Beton optimal, darunter für die Renovierung von Feuchträumen. Die Korngrösse variiert zwischen ein und zwei Millimeter, wodurch du die Struktur gewinnst.
Putzarbeiten überlassen die meisten einem Fachbetrieb. Trotzdem gibt es einige gebrauchsfertige Farben, Putze, Abriebe und Vollabriebe, die auch der Laie verwenden kann. Dabei gilt, dass der Putz immer auf den vorhandenen Untergrund abgestimmt sein muss, genauer, dass eine weiche Schicht immer über eine harte Schicht gelegt wird. Die Härte der Schichten sollte nach aussen hin abnehmen, das gilt besonders für mineralischen Putz, der auf massiven Wänden und Fassaden aufgetragen wird. Bei Wärmedämmverbundsystemen ist das nicht notwendig, da die Bewegungen durch weiche Zwischenschichten abgefangen werden. Auch diese eignen sich für Vollabrieb.
Unterschieden wird in Grund- und Dekorputz. Der Vollabrieb ermöglicht eine kreative Strukturierung und wird mit der Reibescheibe bearbeitet und abgerieben. Dadurch ist die Entfaltung zwar begrenzt, die Wandstrukturierung jedoch einheitlich. Ähnlich wirkt Reibeputz, der gegenüber Rollputz mit der Kelle verarbeitet wird. Grundputz wiederum hat andere Aufgaben und schafft die ebene Fläche für weitere Anwendungen. Für alle Arten an Putz gilt, dass vorher der Untergrund geprüft werden muss sowie saugfähig und von Belägen frei sein sollte.
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